Koch Kommando – veganes Catering und Punkrock.

Als eine meiner schönsten Konzerterfahrungen im letzten Jahr möchte ich verbuchen, dass ich auf einem ThisIsForTheKids-Festival nachts um elf Uhr eine Portion Chili-Pommes mit hausgemachter veganer Mayo gegessen habe. Klingt gänzlich unspektakulär, war aber für mich in der bierselig heißhungrigen Situation ein echter Volltreffer. Zubereitet wurden die Fritten, auch wenn sie damals noch nicht so hießen, von den netten Menschen vom Koch Kommando, die seitdem auf einer Vielzahl von Konzerten tolles Essen für Bands und Publikum gebastelt haben – übrigens auch durchaus schon aufwendigere Sachen als Chili-Fritten.

Die Jungs und Mädels haben sich gerade reformiert und reorganisiert und treten nun als Koch Kommando in die Öffentlichkeit, und deswegen habe ich mal mit ihnen geplaudert und ihnen auch ein Rezept abgeschwatzt.

Wer oder was ist das Koch Kommando?

Das Koch Kommando ist eine DIY vegan Catering Gruppe, die sich in der jetzigen Form Anfang 2013 gegründet hat. Die Idee dazu hatten wir, nachdem einige Catering Erfahrungen mit unserer alten Tierrechtsgruppe TH!NK gesammelt wurden. Natürlich passte es auch super, dass so etwas im Saarland bis heute nicht existiert hat, und die Möglichkeiten, veganes Essen zu bekommen hier eher bescheiden sind.
Wir verstehen uns nicht als Profigourmets und wollen den Menschen eine günstige und vegane Alternative zu den herkömmlichen Caterings bieten.
Da wir auch sehr häufig mit einem Vokü Stand auf Konzerten anzutreffen sind, erreichen wir nicht nur Veganer/innen und können somit auch Anderen zeigen, dass veganes Essen super schmecken kann und nicht teuer sein muss.

 

Der veganen Ernährungsweise haften oft die Labels “Öko” und “Bio” an. Wie steht Ihr dazu?

Können wir durchaus verstehen! Wenn man sich nicht wirklich mit dem veganen Leben auseinandersetzt hat man natürlich zuerst einmal das Bild eines Ökotypen mit Cordhose, Leinenhemd und Sandalen im Kopf. Man wird allerdings schnell merken, dass das wirklich nur ein Vorurteil ist. Im Gegensatz dazu stimmt es aber wirklich, dass der Öko-Aspekt fest mit der Lebensweise eines Veganers verankert ist. Je mehr man sich mit den negativen Auswirkungen des Fleischkonsums auf Tiere und Umwelt auseinandersetzt, desto bewusster handelt man.
Wir finden, dass vegan nicht gleich Bio bedeuten muss. Nicht jeder der sich dazu entscheidet, vegan zu leben, hat die Mittel nur Bioprodukte zu kaufen, auch wir nicht. Viele Produkte gibt es sowieso fast nur in der Bio-Variante (Tofu, Sojamilch und Co.), andere sind unwesentlich teurer wenn man mit System einkauft. Ein gesunden Gleichgewicht zu schaffen sehen wir als wichtig an.

 

Vornehmlich trifft man Euch ja zur Zeit beim Catering auf Punk und Hardcore Konzerten. Was waren für Euch die geilsten Bands, die ihr bislang bekochen durftet?

Das ist ne ziemlich schwere Entscheidung. Da gab es viele gute Caterings mit netten Bands. Damals in einem Keller eines Freundes auf der Abschiedstour von Isaia haben wir nen Riesenumsatz gemacht, obwohl nur ca 10 – 15 Gäste da waren. Nonrem aus Japan waren von unserem Essen begeistert, mit OK Vancouver OK aus Kanada hatten wir eine schöne Zeit und Ecke Schönhauser aus Berlin fanden das auch alles ziemlich super.
Besonders gefällt es uns auch, auf Festivals zu kochen, da man viele neue Leute kennenlernt und die Bands auch das gute Essen schätzen und meistens froh sind, nicht nur Nudeln mit Tomatensoße oder den Chili sin Carne Klassiker zu bekommen.

 

Nehmen wir an, ich habe keine Ahnung von veganem Essen, habe aber heute abend VeganerInnen zu Gast. Habt Ihr einen tollen Tipp für mich für ein einfaches Rezept, mit dem ich tüchtig Eindruck schinden kann?

Mit etwas simplen, das aber an Geschmack überzeugt! Wir finden es persönlich immer schön, wenn etwas ohne Ersatzprodukte an solchen Abenden angeboten wird.

Spinatpizza mit Cashewtopping – Rezept für 2 Pizzen

Teig: ½ Würfel Frischhefe
1 TL Zucker
250 gr Mehl
1 TL Salz
125 ml Wasser

Sauce: 1 Dose gehackte Tomaten
5 Stück getrocknete Tomaten in Öl eingelegt
½ TL Chilli
2 EL Tomatenmark
1 Zehe Knoblauch
Pizzawürzer oder selbst ein paar frische Kräuter kleinschneiden

Belag: 1 rote Zwiebel
80 gr Tiefkühlspinat
3 EL Olivenöl

Topping: 150 gr Cashewkerne
1 TL Zitronensaft
50 ml Wasser
Salz
Pfeffer

- Für den Teig die Hefe in 125 ml lauwarmen Wasser mit einer Gabel auflösen,
2 EL des Mehls und den Zucker dazu geben, für 10 Minuten ruhen lassen. Nun
das Salz dazugeben und nach und nach das restliche Mehl. Durchgehend gut
kneten, ob ihr die Hände oder einen Knethaken benutzt ist dabei egal. Wenn der
der Teig die richtige Konsistenz erreicht hat, mit Klarsichtfolie abgedeckt ca 30 -
40 Minuten an einer warmen Stelle ruhen lassen.

- Die Tomatensauce erklärt sich von selbst: Alle Zutaten zusammenschütten und
pürieren, kalt stellen.

- Cashews mit dem Wasser in einen etwas höheren, schmalen Behälter geben und
pürieren, so dass eine Creme entsteht. Den Zitronensaft dazu geben und mit Salz
und Pfeffer abschmecken. (Wer sie gerade zur Hand hat, kann einen TL
Hefeflocken unterrühren)

- Den Teig ausrollen, in zwei Teile schneiden. mit der Tomatensauce bestreichen,
Zwiebelringe, Spinat abtropfen lassen und die Pizza damit belegen.
Cashewcreme als Röschen auf der Pizzaverteilen, mit Olivenöl beträufeln und nochmals leicht salzen.

Im auf 250 Grad vorgeheizten Backofen braucht die Pizza ca 10 Minuten.

 

 

Wer jetzt Bock hat, das Kommando mal zu kontaktieren, macht das z.Z. am besten via FB oder email.

4 Comments

  • Dr Duden
    20. Februar 2013 - 21:18 | Permalink

    http://deppenleerzeichen.de/

    Koch-Kommando! Bindestrich!!

    • Dirk
      21. Februar 2013 - 09:19 | Permalink

      Eigenname, Mr. Klugsch.

  • Dr D.
    21. Februar 2013 - 19:51 | Permalink

    So wie “Catering Erfahrungen”, “Hardcore Konzerte” und “Vokü Stand”?

    • Dirk
      21. Februar 2013 - 21:08 | Permalink

      Darüber könnte man reden. :)

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