Stadt Augsburg failed. Abmahnung gegen Blogger in Höhe von 1890 Euro.
Der Blogger Michael und seine Freunde lieben wahrscheinlich die Stadt, in der sie zu Hause sind. Deswegen haben sie sich für ihr neues Blogprojekt den Namen augsburgr als Domain registriert. Und weil sie wissen, dass man bei sowas auch vorsichtig sein muss, fragen sie sogar bei der Stadt Augsburg nach, ob sie das denn dürfen und eine Genehmigung für die Nutzung der Domain erhalten können.
Die Stadt Augsburg hat die Genehmigung nicht erteilt. Stattdessen schaltete sie einen Rechtsanwalt an, der Michael eine Aufforderung zum Löschen der Domain zugestellt hat – und ein paar Tage später auch noch gleich eine Rechnung über 1890 Euro. Carsten Knobloch berichtete bereits darüber, weil er von Michael darum gebeten wurde. Die lokale Presse berichtet ebenso in einem Artikel, zahllose Kommentare, Twittereien und Blogeinträge folgen.
Ein Unternehmen wie Jack Wolfskin sah den Fehler ein, den es mit seinen Abmahnungen gegen kleine Heimwerker begangen hatte, begriff, dass der Imageschaden unermeßlich groß ist, wenn man erst einmal die Netzgemeinde gegen sich aufgebracht hat. Wie macht man das einer Stadt klar? Der Aufruf zum Augsburgboykott scheint ja wenig aussichtsreich. Beschwerdeemails an die Stadt Augsburg?
Finanzielle Hilfe für Michael, auch zum Rechtsstreiten wäre sicherlich von der Bloggergemeinde zu bekommen, wenn denn ein größerer als der meine Blog dazu aufruft, würde ich mich in meinem bescheidenen Rahmen auch daran beteiligen. Was jeder einzelne jetzt schon mal tun kann, ist diese Petition zu unterschreiben.
Solidarische Grüße an Michael, unflätige Gesten in Richtung Augsburg und ihrer Rechtsanwälte.
UPDATE: Die Stadt Augsburg verzichtet auf die Zahlung. Internet vs. Augsburg 1:0









Tsss, unmöglich! Mit was für einem Weltbild manche Leute rumlaufen…
Auch der Rückwärtsgang seitens der Stadtverwaltung ändert nichts daran, dass es sich hierbei um eine vollkommen überzogene Vorgehensweise handlte. Anlass genug die Petition mitzuzeichnen. Dass dieser Fall speziell aus Augsburg stammt bestärkt mich in meiner grundlegenden Abneigung dieser Stadt gegenüber.
Ich hatte bisher überhaupt keinen Eindruck von Augsburg. Aber das sind so Sachen, die natürlich hängenbleiben.
An Negativwerbung kam zu überbieten. Kurios an der Sache, die Domain ist inzwischen schon wieder registriert, diesmal auf eine Berliner Adresse. Gibts da ein nächstes Abmahnopfer oder ist das eine gewiefter Fallensteller?
.
Viellecht auch nur jemand, der sich auslaufende oder gekündigte Domains schnappt. Ich denke nicht, dass man demnächst auf Inhalte hoffen kann. Dann würde sich die Solidarität auch in Grenzen halten.