Archiv für Juni 2009
Philip Zimbardo über die Zeit, Freude und Erfolg.
Nach einer kurzen Leseranalyse habe ich herausgefunden, dass ich eine überdurchschnittliche Anzahl an Psychologiestudentinnen unter den LeserInnen meines Blogs habe. Deswegen gibt es heute wieder einen TED-Talk, und zwar von niemand geringerem als Onkel Zimbardo himself. In diesem kurzen TED-Talk (gerade mal sechseinhalb Minuten) spricht der berühmte Psychologe über die Zeitwahrnehmung. Recht kurzweilig.
Qmark
Wenn man mal ausnahmsweise was sinnvolles zu tun hätte, malt man irgendeinen Blödsinn..

xtranormal.com Filmemachen für Dummies.
Eine spassiges Onlinetool zum Basteln von lustigen Flash-Comics Strips gibt es auf Xtranormal. Mit ein paar Klicks und einem überdurchschnittlich guten text-2-speech Generator kann ein kreatives Köpfchen dort lustige Filmchen zusammenzwiebeln. Der Basisdienst ist erstmal kostenlos, die Premiumfeatures schlagen mit ein paar Euro im Monat zu Buche. Erstaunlich ist die äußerst intuitive Oberfläche, mit der man sofort zurechtkommt.
Die Entwickler arbeiten an einem Offline-Tool, welches ich mir auf jeden Fall zulegen werde.
In nur 3 Minuten Arbeit hat man schnell zum Beispiel sowas gebastel:
Einfach mal nicht hingehen…
..denn das ist die Macht der Konsumenten.
Wie heute zu lesen war, ändert die Drogeriekette Schlecker ihr Konzept.
Nachdem sie jahrlang in jedem Kuhkaff einen Markt errichtet hat, schließt sie nun die kleinen Filialen und baut Schlecker XL-Märkte. Natürlich werden die Angestellten entlassen. Aber sie können ja in den neuen XL-Märkten neu anfangen, zu Niedriglohn-Bedingungen. Das findige Schlecker-Management gründete hierzu für die XL-Märkte eine neue Firma, damit man nicht mehr an die lästigen Tarifverträge gebunden ist.
Da werde ich nun schon zum zweiten Mal in einer Woche praktisch gezwungen, statt über lustige und amüsante oder praktische Fundstücken im Netz über Sauereien zu bloggen, die dort draußen geschehen.
Im Sommer 1994 wurde schon einmal zum Schleckerboykott aufgerufen, der war scheinbar nicht massiv genug. Obwohl Verdi ´die Kette bereits mehrfach kritisiert hatte, zum Beispiel wegen Verhinderns der Wahl von Betriebsräten durch Mobbing, scheint sich die Lage für die Angestellten nicht verbessert zu haben.
Es wird Zeit, dass sich die KonsumentIn erneut ihrer Macht besinnt. Wirtschaftskrise hin oder her, so kann man nicht mit seinem Angestellten umgehen. Und das sollte der Konzern merken. Nicht hingehen, nicht einkaufen. Es ist ganz simpel und jeder kann das.
Weiteres über Schlecker gibts bei LabourNet.
Der ArbeitsKlimaWandelBlog aus Österreich hat auch noch ein paar Sachen über Schlecker auf Lager.
A propos: Wer meint, dass das Einkaufen bei der Konkurrenz nur das kleinere von zwei Übeln darstellt, kann sich mal über die Mitbewerber informieren. Das schadet ja nicht und vielleicht fällt einem doch der ein oder andere Unterschied auf.
Wie Twitter, Facebook und Handys Geschichte schreiben
Danke an Twizz für den tollen Tip. Über den Referenten:
Clay Shirky (* 1964) ist ein US-amerikanischer Redner, Autor und Berater zum Thema Internet. Er unterrichtet Neue Medien als Assistenzprofessor im Rahmen des Interactive Telecommunications Program an der New York University. Sein Unterricht umfasst unter anderem die Effekte der Netzwerktopologien von sozialen Netzwerken und die Frage, wie das Internet menschliche Beziehungen, Kommunikation und Gesellschaft verändert.
Shirkys Kolumnen und Artikel wurden unter anderem in Business 2.0, der New York Times, dem Wall Street Journal, dem Harvard Business Review und dem Wired-Magazin veröffentlicht. Am 3. April 2008 trat Shirky im Colbert Report auf.
In seiner Beratungstätigkeit fokussiert sich Shirky auf die steigende Bedeutung dezentraler Technologien wie Peer-to-Peer, Webservices und Funknetze, die Alternativen zur Client-Server-Infrastruktur darstellen, die das World Wide Web charakterisiert. Zu seinen Kunden zählen Nokia, die U.S.-Library of Congress und die BBC. Quelle: WikipediaAutoren/Versionen
Sein neuestes Buch Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations
gibt’s billig bei Amazon, Werbelink.
Spielekiller und Killerspiele – Innenminister wollen gewalthaltige Spiele verbieten
Am 05.06.2009 trafen sich die Innenminister von Bund und Ländern und beschlossen unter anderem, möglichst zeitnah ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot für Computerspiele mit “wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen” durchzusetzen. Immer wieder, gerade nach tragischen Ereignissen wie nach dem Amoklauf in Winneden, gerät die Verbotsmachinerie in Bewegung. Diesmal wird es ernst für die Gamer-Community, zum Beispiel für die rund 750.000 Counterstrike-Spieler in Deutschland.
Die Aussagen der Politiker mögen den ein oder anderen Spieler auch etwas verwirren, denn scheinbar verfügen die Innenminister über enorme Fachkenntnisse, die selbst die Ergebnisse der von der Bundesregierung selbst in Auftrag gegebenen Studie Medien und Gewalt übertreffen. Diese Studie sagt nämlich, dass die aktuelle Forschungslage bei weitem nicht ausreicht, um eine gesicherte Aussage über die Zusammenhänge zwischen medial erlebter und realer Gewalt zu treffen. Uwe Schünemann, der Innenminister Niedersachens (CDU), scheint es aber ganz genau zu wissen: “Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt. Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt.”
Eine Verbot ohne eine gesicherte und wissenschaftliche fundierte Grundlage aber ist Zensur, Meinungen, auch die einiger Innenminister, reichen da nicht aus. In der Tat haben sich Amokläufer immer wieder mit “solchen Spielen” beschäftigt, ebenso ihre Opfer sowie Hundertausende SpielerInnen in Deutschland. Es bleibt noch zu ergänzen, dass “solche Spiele” schon immer gespielt wurden, als Cowboy und Indianer, als Räuber und Gendarm oder Schach, nur eben in nichtdigitaler Form. Wenn man den Worten Kinderpsychologin Penny Holland glauben will, werden Spiele mit Waffen oder Kriegshandlungen auch immer gespielt werden, sie ist sogar überzeugt davon, dass Kinder, die solche Spiele nicht spielen dürfen, im Erwachsenalter zu mehr Aggressivität neigen. Auch nur eine Meinung, aber im Gegensatz zu der von Uwe Schünemann (gelernter Industriekaufmann) wurde diese immerhin von einer Expertin formuliert.
Medienwirkung ist komplex. Die Ursachen von Gewalt sind es ebenso, in Ermangelung von Alternativen nach Verboten schreien nützt nichts. Schutz vor Gewalt bietet die Erziehung hin zu medienkompetenten Kindern und Jugendlichen, der Schutz vor Isolation, Eltern, die hinsehen und Lehrer, die sich kümmern. Und weil unfundierte Meinungen gerade so populär sind, habe ich auch eine: Ich behaupte, dass solche Beschlüsse wie die der Innenministerkonferenz weitaus mehr Aggressionen bei ComputerspielerInnen hervorrufen wie eine durchzockte Nacht mit Counterstrike und co.
Der Jugendschutz in Deutschland ist wichtig, deswegen haben wir die USK, die mit ihren Einstufungen klar aufzeigt, welche Computerspiele für welche Altergruppe geeignet erscheinen. Dabei besitzen die meisten Kinder mit zwölf Jahren bereits, was Politikern fehlt: die Fähigkeit zu unterscheiden zwischen Realität und Spiel.
nachgetragen:
Was meint die Blogosphäre?
In den Klopfzeilen liest man von einer Forderung, diesen Parteien keine einzige Stimme bei den Europawahlen und den anstehenden Bundestagswahlen zu geben.
Basicthinking weist noch daraufhin, dass das Vorhaben ja noch durch den Bundestag muss.








