Category Archives: Glossig

Glossig

Es sind die kleinen Dinge…

…die mich manchmal ärgern.

Ich bin Fan von dem vegetarischen Aufschnitt, den es seit letzten Jahr bei Aldi Süd gibt (hergestellt von Tofutown) .  Geiles Räucheraroma, guter Preis.  Im Prinzip perfekt, aber:

Merkt Ihr es auch? Die Scheiben sind falsch gestapelt. Öffne ich die Packung an der dafür vorgesehenen Ecke, kann ich nicht problemlos eine Scheibe Wurstdingens aus der Packung entnehmen, es sei denn, ich reiße die Packung ganz auf. Öffnen kann man die Folie auch nicht an einer der anderen Ecken. Ich finde das wirklich dämlich.

 

Weil ich nicht glaube, dass das einfach so ein Versehen ist, gehe ich davon, dass es hierfür einen tieferen Grund gibt, der sich mir einfach nicht erschließt. Kann mir das jemand aus der werten Leserschaft erklären?

 

UPDATE: Kollege Thomas fühlte sich von dieser Unmöglichkeit ebenfalls  genervt und schieb bereits einige Tage vor dem Blogpost eine höfliche Anfrage, deren Antwort just eintrudelte:

 

 

Sehr geehrter Herr [...],

herzlichen Dank für Ihre Email und Ihr Interesse an unseren Produkten!
Es freut uns sehr, dass Ihnen unsere Produktpalette zusagt.
Wir werden Ihren Hinweis bezüglich der Anwendungsschwierigkeit unseres Veggie-Aufschnitts untersuchen und prüfen, ob eine Änderung der Positionierung der Aufreißecke aus technologischer Sicht möglich ist.
Nochmals vielen Dank für Ihre Zuschrift. Wir freuen uns immer sehr über Kundenfeedback, und Rückmeldungen von Kunden haben schon oft zur Verbesserung unserer Produkte beigetragen.

Mit freundlichen Grüßen
xxxx

Mmh. Ich sage Euch, das ist noch nicht vorbei.

Glossig selbstreferentiell

Rezept: “pizza del giorno prima”

Ich bin vom Gourmetfaktor eher in der unteren Anspruchsebene angesiedelt; gehobener Küche kann ich wenig abgewinnen, aufwendig und mit Liebe dekorierte Speisen mit blumigen Namen (“Soufflierter Saibling an Fenchelsauce mit Kartoffelschaum”) tausche ich jederzeit gegen einen Eimer Nudeln mit Soße. Da ich auch meistens nicht weiß, mit welchem Besteckteil ich derartige Arrangements aufzwirbeln soll, fühle ich mich bei Anlässen, bei denen derart aufgefahren wird, auch etwas unwohl.

Tatsächlich orientiere ich mich bei den täglichen Nahrungsaufnahmeriten gerne an den Drei Heiligen P: Pizza, Pasta, Pommes. Am liebsten aus der Hand.

Besonders die Pizza hat es mir angetan – würde ich den Erfinder jener fetttriefenden Rundfladen in einer Kneipe treffen, bekäme er stante pede mehrere Biere spendiert. Und auch hier siegt (meist) das KEEP-IT-SIMPLE-Prinzip. Unter allen herrlichen Pizzasorten mit all diesen tollen Namen ist für mich die Königin aller Pizzen eindeutig: die Pizza Margherita.
Bei neuen Pizzaversorgerdienstleistern – egal, ob Restaurant oder Bringdienst – teste ich zuerst jene Urmutter. Taugt sie nichts, schmecken auch alle anderen Sorten nicht.

Es gibt tatsächlich aber noch eine bessere Pizza: Die “pizza del giorno prima” – die Pizza vom Vortag.

 

 

Anbei nun mein Rezept für eine Pizza Del Giorno Prima:

Grundbasis: eine oder mehrere am Vorabend bestellte Familienpizzen, die aufgrund wahnsinniger Selbstüberschätzung nicht ganz verzehrt wurden.

Dazu:
Ein Kater , sofern selbstverständlich der alkoholinduzierte und nicht der bepelzte, zweitbeste Freund des Menschen ist die wichtigste Zutat für die weltbeste Pizza der Welt. Jener sollte nicht zu ausgeprägt abgehangen sein, ein leicht dosierter lediglich mit Hauch von Kopfschmerzen und ohne Brechtendenzen.

Kalte Pizza kurz nach dem Aufstehen in die Hand nehmen, essen. Geil. Beste Pizza der Welt.

Tipp:
Der Trashgourmet empfiehlt hierzu eine extrem abgestandene Cola auf Zimmertemperatur.

 

 

Glossig

Gefällt mir nicht: absurder Abmahnungsscheiss


Andrea wurde abgemahnt. Hat sie dutzendweise Bravohits oder Hollywoodblockbuster per Torrents runtergeladen, oder mit fiesen Hintergedanken fremder Leute Content stibitzt und heiter verbloggt?

Nein – sie hat gar nichts gemacht – lediglich ein Besucher ihres Blogs hatte bei ihr kommentiert und benutzte ein gemopstes Katzenbildchen von getty images als Avatar.

Wäre mir, wäre ich der Lizenzinhaber oder Rechteverwerter des Bildes, zu lappalienhaft albern gewesen, um selbst auch nur eine Beschwerde-Email zu schicken – getty images hingegen haut eine Abmahnung in Höhe von 1075 Euro raus. Nicht schlecht, Herr Specht. Hierzu könnte man noch schnell anmerken, dass ein Gravatar in Andreas Blog eine Größe von 53 auf 53 Pixel hat, also so groß, wie dieser schwarze Kasten hier rechts. Man mag anmerken, dass die Größe der Wiedergabe wohl rechtlich keine Rolle spielt -wird auch wohl so sein, aber absurd ist die ganze Sache trotzdem.

Die Abmahnpraxis und die damit verbundene Rechtssprechung (gerade, was alles Urheberrechtliche angeht) entfernt sich immer mehr davon, was der Ottonormalinternetnutzer verstandesmäßig nachvollziehen kann. Das zeigt Andreas Beispiel m.E. sehr gut.
Das kann und sollte doch nicht Ziel einer Gesetzgebung sein, oder tappe ich da mal wieder naiv in meiner pastellfarbenen Ponyhofwelt umher?

Tatsächlich, bloggen IST ein teures Hobby. Zwar braucht man kein Equipment für ein paar hundert Euro – aber es schadet nicht, sie für solche Fälle auf der Seite liegen haben.

Wenigstens ein Fünkchen Gutes hat die ganze Scheisse ja.

Es zeigt sich wiedermal, dass es eine starke Solidarität da draußen im Netz untereinander gibt, für die sich Andrea auch ausdrücklich bedankt. Es ist zwar schade, dass es meistens auf “Wir gegen die” hinausläuft, aber hey – die haben angefangen.

Nachgeschoben:
Ich habe überlegt, ob ich die Gravatare auf rekombiniert und meinen anderen Projekten ausschalten soll – und habe ich dagegen entschieden. Ich finde es einfach zu absurd, als dass ich hier Maßnahmen ergreifen werde. Und zu Not liegt ja hier neben mir die Visitenkarte von Marcus Dury. Man darf sich ja nicht alles aufdiktieren lassen von diesen Spassververderbern.

Update: Ein zwar glücklicher, aber in meinen Augen nicht 100% zufriedenstellender Ausgang: Getty Images hat alle Anforderungen zurückgezogen. Dass das Bild von einem dritten verwendet wurde, war vorher auch jedem klar, der länger als zwei Tage im Internetz unterwegs ist. Nichtkommerzielle Nutzung (bei vielen Blogs so oder so eine komplexe Angelegenheit) als Kriterium leuchtet mir auch nicht ein: selbst auf einem kommerziellen Blog wäre die Forderung von GI absurd gewesen.